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12. Juli 2011

Senecas Trost, eine Farce

Der Tod ist eines meiner "Lieblingsthemen".

Erst gestern stolperte ich im Internet über Seneca, der den Spruch prägte: "Der Tod löscht alle Schmerzen aus. Er ist ihr Ende, und über ihn geht unser Leiden nicht hinaus. Er führt uns wieder in den gleichen Ruhezustand zurück, in dem wir uns vor der Geburt befunden haben." Doch ist ein solches Zitat kein Trost für die Hunderttausenden von ver-/hungernden Somalier in den Flüchtlingscamps im benachbarten Kenia, die Opfer einer Jahrhundertdürre sind.

Diese menschliche Katastrophe mit der hohen Todesrate hat mich eben erschüttert und traurig gemacht. Ich bin auch nur ein Mensch und der übliche Hinweis auf Kinder und Alte tat sein Übriges, obwohl Erwachsene auch gleich viel wert sein dürften. Ich hatte das afrikanische Grundproblem völlig vergessen und verdrängt. Stop: Ich bin nicht schuld daran. Dennoch löste der Artikel spontan Betroffenheit, Verzweiflung und Ohnmacht aus. Wir leben in voneinander isolierten Welten: hier herrscht Diätwahn, dort Abmagerungszwang. Wie kann es sein, dass woanders so viele Menschen wie Fliegen wegsterben, während wir das hohe Alter genießen?! Ist das wirklich nur das Wirken reiner Evolution?!