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30. September 2012

Ungleiche Reglementierung, unfaire Bewertung


Ich bin froh, über den Spiegel-Artikel "Streit unter der Reichtumsuhr" gestolpert zu sein. In einer Anne-Will-Debatte soll  Journalistin Kathrin Fischer gefragt haben, "weshalb denn bloß bei den Armen von Staats wegen alles so streng reguliert sei, bei den Reichen hingegen gar nichts?"

Ich finde diese Frage sehr interessant: Warum dürfen die Reichen den Armen alles vorschreiben? Ich habe kein BWL studiert, daher kenne ich nicht die Standardantworten. Aber vielleicht kann ein Leser hier helfen?!

13. Juli 2011

Alltag II - Überleben durch Arbeit

Ich bin gerade arbeitslos - mal wieder. Keine Angst, jetzt folgt kein Jammern, sondern eine Besinnung. Der altbekannte Zustand kam in "Wellen": 2000, 2003, 2007, 2011. Dadurch fühle ich mich fast schon wie ein Profi und Rentner. Als würde ich den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Doch frei bzw. befreit fühle ich mich durch die Freisetzung von der Arbeit nicht, denn ich blicke noch auf kein Lebenswerk zurück und beziehe auch keine selbst erwirtschaftete Rente. Der Blick auf die Arbeit ändert sich, sobald sie fehlt. Ich sah in ihr fast nie eine Last. Nur als ich als 14-jähriger Schüler im Schlachthof körperlich anstrengende Arbeit für einen typisch mickrigen DDR-Lohn verrichtete und als ich zu nächtlicher Zeit während meines Studiums (nach der Wende ´89) bei der Post jobbte, war es keine Befriedigung.

Wer mich heute fragen würde, was ich an einem Arbeitsverhältnis gut finde, dem antworte ich: das belohnte Tätigsein! In dieser Formulierung stecken mehrere Bedeutungen. Das verdiente Geld macht mich selbständig: als Zahlungsmittel verschafft es mir Zugriff auf knappe, wertvolle Güter wie Zeit, Bewegungsfreiheit und Genussmittel aller Art (für die Befriedigung meiner primären Bedürfnisse). Geld motiviert ungemein, denn es eröffnet das Freikaufen von weiterem Beschäftigungszwang. Andererseits: Das aktive Produzieren bzw. Leisten von Diensten bezeugt Lebendigsein, verschafft Gebrauchtsein und Anerkennung, erzeugt soziale Kontakte und hält fit. Wir brauchen dieses Training, diese Bewegtheit, diesen Sondersinn. Dabei sind wir heutzutage schon so organisiert, dass Arbeit nicht nur das Überleben sichert, sondern auch das Leben garantiert. Ich höre deshalb nicht gern, wenn jemand pauschal sagt: "Ich will nicht arbeiten gehen, es ist so unergiebig, nervig, beengend, anstrengend, entfremdend, beängstigend, überfordernd". Doch wenn das Arbeiten als Zwang und Belastung erlebt wird, dann verstehe ich die Ablehnung. So weit, so schlecht.