Liebe & Tod - das sind gleich zwei Begriffe, die in meinem Blogtitel vorkommen. Da liegt es nahe, auch einmal deren Zusammentreffen zu würdigen.
Die Liebe stirbt oft in unseren Tagen. Sie endet z. B., sobald der bisher Liebende die Geliebte nicht mehr über deren potentiellen Konkurrentinnen erhebt und somit der Liebende der Geliebten aufgrund des zugeschriebenen Wertverlustes keine zentrale Stellung mehr in seinem Innenleben einzuräumen vermag. Oder umgekehrt. Wir spielen die Rolle des Todes, indem wir unsere Liebesbeziehung auflösen, wenn das Interesse verschwunden ist - und schaffen Platz für eine neue Liebschaft.
Ich versammle hier Denk-Steine, die über den Tellerrand hinausschießen.
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12. August 2013
Zwei Arten von Liebestod
24. August 2012
Nach einer Trennung läuft alles ins Leere
Denke ich an meine früheren Liebesgeschichten, kommt der Umstand in Erinnerung, dass auch ich schon mehr als einmal für einen anderen verlassen wurde. Danach badete ich damals lange Zeit (viel zu lange) in Selbstmitleid, Wehklagen, Wut; es entstanden Anklagen, Vorwürfe, Forderungen. Meine Vorwürfe lauteten: Wie konntest Du nur unsere Liebe verraten? Du wirst den Schritt bereuen, unserere Beziehung ist einzigartig gewesen. Unser Glück hat das nicht verdient. Es ist ein Fehler!
Doch nichts davon traf ins Schwarze bzw. ist noch gültig. Ich hätte mir das Leiden sparen können.
Doch nichts davon traf ins Schwarze bzw. ist noch gültig. Ich hätte mir das Leiden sparen können.
23. August 2011
Liebe, Teil 4 - Liebe als Emotion
Eine Minderheit der Soziologenschaft steht auf dem Standpunkt, Liebe sei die Emotion der Zuneigung. Klingt womöglich einfach und einleuchtend, ist es aber nicht, da die Soziologie speziell das im Blick hat, was sozial und kulturell auffällig ist, also beobachtbar, beschreibbar, messbar ist - und das sind Prozesse und Strukturen der Lebenswelt, sind Situationen, Erleben, Handeln, Interaktionen, Beziehungen, Institutionen, Wissensbestände. Ein Soziologe nimmt Abstand von geistigen oder biologischen Effekten. Das, was im Bewusstsein passiert, wird der Psychologie als Feld überlassen. Ich möchte hier als knappen Einstieg zwei Soziologen zitieren, die das Emotionale an der Liebe hervorheben, ohne ihre Sichtweise zunächst zu kommentieren.
Denkstein von
Frank Rahde
um
11:02
0
Meinung(en)
Sujets:
Emotion,
Georg Simmel,
Jürgen Gerhards,
Liebe
31. Mai 2011
Liebe, Teil 3 - mein Liebesbegriff
Liebe ist m.E. ein bio-psycho-sozialer Tatbestand und es gibt daher viele unterschiedliche Beschreibungen dieser Komplexität. Liebe gilt als ein Phänomen, das u. a. von den Sinnelementen sexuelles Begehren, Zuneigung, Intimität, Treue, Paarbeziehung und Familie eingezäunt ist. Angesichts der unübersichtlichen Menge an Definitionen und der daraus resultierenden Konturlosigkeit in Psychologie, Soziologie und medialem Diskurs besteht die Notwendigkeit eines enger gefaßten, restriktiven Liebesbegriff, auf den ein weiterführendes Begriffsgebäude in Bezug auf die Facetten bzw. Kontexte der Liebe gestellt werden kann. Nur dann ließe sich die Inflation des Liebesbegriffs und die damit zusammenhängende Ziellosigkeit einer Liebesforschung stoppen bzw. vermeiden. Dem Begriff Liebe muß ein präziser Sinn zurückgegeben werden!
Ich möchte nach meiner Beschäftigung mit den bestehenden Liebestheorien hier eine Liebesdefinition zur Diskussion stellen, die ich bevorzuge und die natürlich angesichts der gesichteten Fachliteratur nicht gänzlich auf meinem eigenen Mist gewachsen sein kann.
Ich möchte nach meiner Beschäftigung mit den bestehenden Liebestheorien hier eine Liebesdefinition zur Diskussion stellen, die ich bevorzuge und die natürlich angesichts der gesichteten Fachliteratur nicht gänzlich auf meinem eigenen Mist gewachsen sein kann.
6. Mai 2011
Liebe, Teil 1 - "liob"
Mein Blog "Denksteine" trägt nicht ohne Grund den anspruchsvollen Untertitel "Liebe, Tod und ...". Mir schwebt eine lose Reihe an Beiträgen zum Thema Liebe vor. So möchte ich mal ein interessantes (Fach-)Buch vorstellen, mal aktuelle Forschungsergebnisse kommentieren und mal einzelne Theorien vorstellen. Dabei habe ich primär eine soziologische bzw. kulturwissenschaftliche "Brille" auf, denn mich interessiert speziell der gesellschaftliche Einfluss auf dieses Phänomen.
In meiner Magisterarbeit von 1999, die den Titel "Romantische Liebessemantik im Wandel. Diskussion soziologischer Diagnosen zum Umbau des Liebesideals" trug, kam ich zu der Einschätzung, dass Liebe wie Sexualität und Gewalt ein "hochkomplexes, multidimensionales, bio-psycho-soziales Phänomen verkörpert" und daher nicht durch fachspezifische Einseitigkeit hinreichend und überzeugend durchdrungen werden kann. Dennoch bin ich der Ansicht, dass soziale Faktoren den größten Anteil an der Erklärungskraft besitzen, weil wir als Sozialwesen die Liebe erfinden und ausleben.
Ich beginne heute mit der Frage, welche Bedeutung das Wörtchen "Liebe" ursprünglich hatte.
In meiner Magisterarbeit von 1999, die den Titel "Romantische Liebessemantik im Wandel. Diskussion soziologischer Diagnosen zum Umbau des Liebesideals" trug, kam ich zu der Einschätzung, dass Liebe wie Sexualität und Gewalt ein "hochkomplexes, multidimensionales, bio-psycho-soziales Phänomen verkörpert" und daher nicht durch fachspezifische Einseitigkeit hinreichend und überzeugend durchdrungen werden kann. Dennoch bin ich der Ansicht, dass soziale Faktoren den größten Anteil an der Erklärungskraft besitzen, weil wir als Sozialwesen die Liebe erfinden und ausleben.
Ich beginne heute mit der Frage, welche Bedeutung das Wörtchen "Liebe" ursprünglich hatte.
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