31. Mai 2015

Meine erste Kurzgeschichte im Science Fiction Genre

Ich möchte zur Abwechslung mal eine aktuelle Kurzgeschichte von mir präsentieren. Ich hatte mir den Schreibprozess viel leichter vorgestellt. Es dauerte auch viele Stunden länger als gedacht. Ich ziehe den Hut vor all den Autoren, die monatlich eine hundertseitige Fortsetzung bei Amazon als ebook veröffentlichen, die sich nicht nur flüssig lesen lässt, sondern auch Hand und Fuß hat.

Ich hoffe dennoch, dass meine kleine Geschichte (8 Seiten) nicht wie eine Anfänger-Story daherkommt:

Auslauf-Modell: Kurzgeschichte

14. September 2014

Klo-Unfall

Ich wollte längst wieder mit Fechten fortsetzen, denn ohne Sport setze ich am Bauch schnell an. Nachdem ich meine Rückenverletzung auskuriert hatte, ist mir aber leider ein Malheur passiert, das ich nicht als Arbeitsunfall gewertet wissen möchte.

Normalerweise gehe ich früh noch zuhause zum Geschäftlichen über, in dem ich dort die feste Klobrille anwärme und es immer wieder schaffe, dass ich von unten nass gespritzt werde. Das Thema passt jedoch gerade nicht hierher. Ich musste also diesmal auf die Toilette in der Firma gehen.

12. April 2014

Einfache Sicht auf den Tod (Update)

Wer Angst vor dem Tod hat (wie ich), der darf weder zurück (was verliere ich alles?) noch nach vorn (was hätte ich noch alles erreichen können!) schauen. Er muss auf seinen Körper hören. So, wie ich ein Handy wegwerfe, sobald es defekt ist, so entsorgt die Natur irgendwann einen verschlissenen Körper und dessen geistiges Eigentum.

Kann ich es ihr verübeln?!

31. Januar 2014

Mein ultimativer Test auf Selbstehrlichkeit

Ich habe einen ultimativen Test auf Selbst-Ehrlichkeit für mich gefunden.

Man stelle sich vor: Ich spiele Fernschachturniere über einen Schachserver im Internet, bei denen ich keine Schachmotoren einsetzen darf. Fernschach heißt, ich habe im Durchschnitt 4 Tage pro Zug Zeit. Dabei darf ich in diesen speziellen Turnieren den Computer nicht an meinen Schachzügen rechnen lassen, weil das unfair gegenüber den anderen Turnierteilnehmern wäre. Auch würde ein solcher Zug, der durch fremde Hilfe gefunden würde, keine Eigenleistung dartellen. Ein auf diese Weise errungener Sieg würde schal schmecken, er wäre unverdient. Gerade darum geht es ja bei dem erklärten Verzicht auf Engine-Unterstützung. Alle Beteiligten vertrauen darauf, dass niemand Schachcomputer befragt, sondern dass jeder sein Hirn anstrengt. Das bringt natürlich Spielfehler (Blunder) mit sich.

Es ist sehr verlockend, sich heimlich von den Rechenmonstern, die fast so stark wie der Weltmeister spielen, beraten zu lassen.  Es ist schwer, den anderen zu vertrauen. Jedes Mal schwingt die Angst und der leise Verdacht mit, der Mitspieler hat diesen oder jenen coolen Zug nicht allein ausgebrütet.

29. Dezember 2013

In eigener Sache: Es geht weiter!

Oh, da habe ich ja lange nichts mehr hier veröffentlicht. Warum?! Weil es so still ist. Durch all die stillen Leser.

Ich moderiere seit über 3 Jahren, gemeinsam mit einem anderen Enthusiasten, das Internetforum "Computerschach & Spiele" (http://forum.computerschach.de/). Da es an der Zeit war, dort kürzer zu treten, starteten wir Aufrufe, um 1-2 neue Moderatoren zu gewinnen. Es gelang kurz vor Jahresende. Einer der beiden neuen Mitstreiter verriet mir gestern: "Überzeugt davon, das ich hier richtig im Team sein könnte, hat mich der Blog von Frank Rahde. Scheinst ein netter Kerl zu sein Frank". Wow. Ich weiß zwar nicht, woran der Schachfreund dies nun festgemacht hat, aber es hat mich natürlich gefreut.

Diese unerwartete Wirkung und das Wissen von einer Hand voll heimlicher Leser, die mangels Account nicht hier im Blog mitdiskutieren können, obwohl sie es gern täten (stimmts, Alexandra und Robert?! :-)), motiviert mich, auch in 2014 private Denksteine anzuhäufen.

Guten Rutsch!

Eurer Frank

Bumerang der Kritik

Es gäbe so viel und vieles zu kritisieren, was die Welt- und Deutschlandpolitik anbelangt, aber die gebotene Selbstkritik hierbei pfeift mich zurück. Das betrifft auch das ganz Private.

So wöllte ich bitter abrechnen mit all den Frauen, in die ich damals verliebt war und die mich alle nicht in Betracht gezogen hatten. Über viele Jahre waren es verpasste Chancen, unbeantwortete Zuneigungen. Ich war da und bereit, Beziehungen zu führen. Doch sie, die mich nicht zurückliebten, sind schuld am früheren unfreiwilligen Singleleben! Wenn ich gewählt worden wäre, mein Leben wäre dann schon vor 20 Jahren anders verlaufen, vielleicht wäre ich im Duett erstarkt, hätte ich längst mehrere Kinder, vielleicht würde ich in Westdeutschland leben, vielleicht hätte ich einen unbefristeten Job... Aber dann zischt das Teufelchen auf meiner rechten Schulter mir ins Ohr: "Quatsch. Vielleicht warst du damals einfach nicht überzeugend genug. Unfertig, unreif, ängstlich, unvorbereitet, kopflos, passiv, ideenlos, infantil ..." STOP. Das stimmt. Irgendwie. Und schon ist das Beschuldigen anderer nicht mehr hilfreich, macht mich fast mundtot.

Es ist und bleibt eine Kunst, den Bumerang der Kritik (Gegenkritik, Selbstkritik) einzukalkulieren und mit offenen Augen zu begrüßen.

12. August 2013

Zwei Arten von Liebestod

Liebe & Tod - das sind gleich zwei Begriffe, die in meinem Blogtitel vorkommen. Da liegt es nahe, auch einmal deren Zusammentreffen zu würdigen.

Die Liebe stirbt oft in unseren Tagen. Sie endet z. B., sobald der bisher Liebende die Geliebte nicht mehr über deren potentiellen Konkurrentinnen erhebt und somit der Liebende der Geliebten aufgrund des zugeschriebenen Wertverlustes keine zentrale Stellung mehr in seinem Innenleben einzuräumen vermag. Oder umgekehrt. Wir spielen die Rolle des Todes, indem wir unsere Liebesbeziehung auflösen, wenn das Interesse verschwunden ist - und schaffen Platz für eine neue Liebschaft.

2. März 2013

Papst ist auch nur ein Job!

Der 85-jährige Papst Benedict XVI. ist am 28. Februar wegen "schwindender Kräfte" freiwillig zurückgetreten.

Als Atheist war ich geschockt! Ich hatte mich darauf eingerichtet, wie schon bei Papst Johannes Paul II., der kurz vor seinem 85. Geburtstag starb, dem aktuellen Papst beim Dahinsiechen zuzusehen. Ich fand es wichtig, dass uns allen Normalsterblichen vor Augen gehalten wird, nur Gast auf Erden zu sein und ein endliches Leben zu besitzen.

Viel ist über diese Anmaßung von Herrn Ratzinger geschrieben worden. Auch mich befremdete die Verweltlichung des Stellvertreter Christi auf Erden, diese Flucht aus dem Amt. In meinen Augen ist das Ansehen der Rolle "Oberhaupt der Kirche" auf immer beschädigt.

Ich weiß nicht, was der Ex-Papst für die römisch-katholische Kirche erreicht hat, also welchen Wert er inne hatte. Dass er sich aber über Gott stellt, anstatt ihm gnadenlos bis zum letzten Atemzug zu dienen, kann keine Meisterleistung gewesen sein. In dem Rücktritt des Deutschen sehe ich Egoismus - der Gelehrte mochte lieber weiter Bücher schreiben und seine Rente genießen.

Wie soll ich den katholischen Glauben ernst nehmen können, wenn der Glaubensführer Liebe zu Gott und seinen Geboten predigt, sich als auserwählt präsentiert, sein Leben Gott widmet und dann plötzlich einfach kündigt?! Was ist Papstsein?

Ich verstehe Herrn Ratzinger. Er ist eben doch nur Mensch wie Du und ich. Er war die Arbeit leid. Doch er hätte sich nicht wählen lassen dürfen. Er wirkt nicht wie ein würdiger Nachfolger des Apostels Petrus. Er hatte nicht den Mumm, ganz auf Gott zu vertrauen und alles zu geben. Seine Verbindung zum heiligen Vater war nur vorgetäuscht. Gäbe es einen Gott, er hätte Benedict rechtzeitig zu sich gerufen.

So denke ich halt!

24. Dezember 2012

Weihnachtsmuffel?

Ich bin ein bekennender Weihnachtsmuffel, der nichts vom Verschenken zum festen Termin hält. Dennoch sehe ich ein, dass es seine soziale Funktion hat, wenn eine Tradition allen Landsleuten eine Verschnaufpause und Besinnungsphase verschafft, in der die Gedanken vom Geldverdienen und beruflichen Zwängen loslassen können, um sich den liebsten Menschen anzunähern.

Einer meiner Onkel liegt im Krankenhaus, anstatt mit seiner Familie zuhause Weihnachten feiern zu können. Es wird also für ihn und seine Liebsten "das beschissenste Weihnachtsfest". In einem solchen Moment sind die hohen Erwartungen an die Weihnachtszeit eher Gift für die Stimmung. Ich finde, Weihnachten kann auch verschoben werden, wenn der Zeitpunkt ungünstig ist.

27. Oktober 2012

Spiegel im Darm?!

Ich hatte gestern keinen Spiegel im Dickdarm, um es gleich vorweg zu nehmen. Aber eine Kamera tat es auch. Sie sollte herausfinden, warum ich im linken Oberbauch seit ca. einem halben Jahr manchmal so ein Zwicken bzw. Druckgefühl spüre. Es ist schon irritierend, nervend, störend.

In dem Brief an mich las ich den Befund des sich wie ein hartgesottener Mann gebenden Arztes: "keine Haemorrhiden, Fisteln, Fissuren, Marisken, Divertikel, Polypen, kein Neoplasma ...". Das klang eher nach der Zusammensetzung eines Blumenstraußes als den möglichen Schlaglöchern einer Verdauungsstraße. So nebenbei erfuhr ich, dass das Gerät sogar "bis in das Coecum und das terminale Ileum" eingeführt wurde. Zu deusch: in den Blinddarm und die letzten 20 cm des Dünndarms. Ich fand die Nachricht toll, denn anscheinend war ich in den Genuss eines Bonus gekommen. Mehr geht nicht!

12. Oktober 2012

Ungezähmte Global Player


Dass der Spätkapitalismus unmoralisch und unglaubwürdig agiert, ist nichts Neues. Solange die  hochprofitablen internationalen IT-Konzerne wie Google und Facebook auf legalem Weg die fälligen Steuern drücken können, halte ich dieses Wirtschaftssystem für parteisch und ungerecht. Da ist der Versuch, die Steuerflucht mit der Moralkeule eindämmen zu wollen, nur lächerlich. Solange diese führenden Unternehmen ihre Steuern nicht dort zahlen, wo sie ansässig sind und ihre Gewinne erzielen, bleibt es bei verschuldeten Staaten und wackligen Sozialsystemen. Das ist eigentlich ein Skandal und Unding, der nicht geduldet werden sollte.

30. September 2012

Ungleiche Reglementierung, unfaire Bewertung


Ich bin froh, über den Spiegel-Artikel "Streit unter der Reichtumsuhr" gestolpert zu sein. In einer Anne-Will-Debatte soll  Journalistin Kathrin Fischer gefragt haben, "weshalb denn bloß bei den Armen von Staats wegen alles so streng reguliert sei, bei den Reichen hingegen gar nichts?"

Ich finde diese Frage sehr interessant: Warum dürfen die Reichen den Armen alles vorschreiben? Ich habe kein BWL studiert, daher kenne ich nicht die Standardantworten. Aber vielleicht kann ein Leser hier helfen?!

24. August 2012

Nach einer Trennung läuft alles ins Leere

Denke ich an meine früheren Liebesgeschichten, kommt der Umstand in Erinnerung, dass auch ich schon mehr als einmal für einen anderen verlassen wurde. Danach badete ich damals lange Zeit (viel zu lange) in Selbstmitleid, Wehklagen, Wut; es entstanden Anklagen, Vorwürfe, Forderungen. Meine Vorwürfe lauteten: Wie konntest Du nur unsere Liebe verraten? Du wirst den Schritt bereuen, unserere Beziehung ist einzigartig gewesen. Unser Glück hat das nicht verdient. Es ist ein Fehler!
Doch nichts davon traf ins Schwarze bzw. ist noch gültig. Ich hätte mir das Leiden sparen können.

17. Juli 2012

In 40 Jahren - Leben im Digitalseits?!

Liebe, Tod und solche Sachen - zu den "Sachen" zählt für mich auch ein Thema wie Cloud Computing. Ich könnte wetten, die wenigsten Leser haben schon mal etwas von Microsofts Office 365 gehört. Es ist das aktuellste Office-Produkt, dass 365 Tage im Jahr (24 Stunden, 7 Tage in der Woche) von fast überall per Online-Zugriff auf die kollektiv geteilten Rechenzentren erreichbar sein soll. Wenn denn die Daten sicher und geschützt sind. Ich will hier das Produkt nicht näher vorstellen, da es billige Werbung wäre, aber ich will darauf hinaus, dass sich vieles tut bei Microsoft, was der Prüfung wert wäre.

15. April 2012

Die Zahl 40

Die 40 erinnert mich an meine Grenze. Ich werde dieses Jahr so alt, wie die DDR es wurde. Sogleich denke ich bei 40 an die 80, an mein äußeres Ziel. Diese Verdopplung ist immer mein Trick, um mich noch in der Lebensmitte zu wähnen. Solange das Endergebnis noch per Altersheim erreichbar scheint, geht es mir blendend. Mit der Zahl 45 wird dies nicht mehr funktionieren. Und ich weiß, dass die zweite Hälfte schneller tickt als die erste.

23. Januar 2012

Alltag IV - städtische Erdgeschoss-Opfer

Als ich früher noch unter dem Dach wohnte, genoss ich die Aussicht (Weitblick) und die Wärme (im Sommer) - besonders aber die relative Ruhe da oben. Aktuell wohne ich an einer halbstark befahrenen Straße inkl.eingerückter Parkplätze, da ist Schluss mit lustig. Das Wohnen im Erdgeschoss ist aus vielerlei Hinsicht nachteilig. Als Vorteile sehe ich spontan nur a) den kurzen Weg zur Haustür bzw. zum Briefkasten, b) die Möglichkeit, dem Kater später einmal Freigang zu ermöglichen und c) den unmittelbaren Beobachtungsposten (vielleicht gut für Soziologen).

Wenn ich im sog. Homeoffice an den Werktagen an meinem Schreibtisch sitze, bekomme ich tagtäglich Postautos (die Postbeamten klingeln besonders gern bei Leuten im Erdgeschoss zum Hinterlegen von Paketen), Busse (eine Verkehrslinie führt hier entlang) und Müllwagen zu sehen, neben den PKWs und LKWs, versteht sich. Das Vorbeiflitzen all dieser motorisierten "Farbpakete" im 3-Sekunden-Takt von rechts nach links und umgekehrt irritiert mein Sehorgan. Doch damit nicht genug.

13. Januar 2012

Leichenschändung als Frucht des Krieges

Härte zeigende US Marines haben laut einem Amateurvideo leblose afghanische Talibankämpfer angepisst und verhöhnt. Sie haben gegen ihren eigenen Ehrenkodex und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Töten ist erlaubt, Leichen zu schänden ist "schlimm". Der Aufschrei in den westlichen Massenmedien ist groß, weil das Ansehen der USA-Führung leidet und zu befürchten ist, das religiöse Gefühle bei den Afghanen verletzt wurden sind - was vor Ort zu neuen Gewalttaten anstiften könnte. Deshalb wird vielerorts davon geschrieben, die Leichenschändung sei ein barbarischer, ekelhafter, abstoßender, würdeloser, kläglicher Akt gewesen (Beispiel 1 und Beispiel 2). Ich empfand nichts dergleichen, als ich das zensierte Video sah, deshalb melde ich mich hier zu Wort!

31. Dezember 2011

Verknallt

Ich wünsche meinen Lesern für morgen ein Jahr ohne böse Geister!

Genau zum Zwecke des Verscheuchens dieser Unglücksritter wird zu Silvester geböllert. Ich erwischte mich heute bei dem Drang, dafür schnell noch ein paar Raketen und Knaller zu kaufen. Doch dann kam mir der rettende Gedanke: All die anderen, die ihr Geld für Feuerwerk verprassen, anstatt es zu spenden, machen den abschreckenden Lärm für mich mit. Ihnen gilt mein Dank.

Ja, knallt die Altlasten weg, verknallt Euch ins Neue Jahr!!!

Euer Frank Rahde

5. Dezember 2011

Fußball-WM 2006: Erfolg durch Luxus

Erst jetzt kam ich dazu, Sönke Wortmanns "Deutschland - ein Sommermärchen" zu schauen. Ich will diese Dokumentation zur Fußball-WM 2006 hier nicht schlecht reden, bin ja selbst Fußballfan unserer Nationalmannschaften, sondern ein bis zwei Aspekte herausgreifen, da ich den Film etwas anders als ein Artikel auf SPIEGEL Online wahrnahm. Ich war schon nach den ersten Minuten ein unentspannter Zuschauer, ich konnte die Zelebrierung des halben Erfolges (dritter Platz) nicht richtig genießen.

Keine Frage: La Ola-Wellen von Bereitschaftspolizei und Bundeswehr am Straßenrand sind amüsant. Auch die emotionalen Szenen vor, während und nach den WM-Spielen reißen einen mit. Aber: Was haben diese acht Wochen Ausnahmezustand wohl gekostet?!

1. Dezember 2011

Kein echter Nachruf

Wieder sind unzählige Menschen heute gestorben, auf natürliche oder gewaltsame Weise. Darunter auch Christa Wolf, "eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der deutschen Nachkriegszeit". Sie wurde 82 Jahre alt und durfte somit 6 Jahre länger leben als meine Oma väterlicherseits. Glückwunsch! Wie nicht anders zu erwarten war, gibt es verständlicherweise schon erste Nachrufe, in denen die Befragten ihre Trauer zum Ausdruck bringen und Ehrerbietung zollen.

Diese mediale Reaktion voller bekundeter Emotionen auf Wolf´s Tod löste in mir wie jedes Kondolenzschreiben oder jede Todesanzeige zuvor stille Fragen auf, die nicht die gestorbene Person und das Gedenken ihrer Leistungen betreffen, sondern sich an die Weiterlebenden richtet: Warum seid ihr so überrascht und tief betroffen von der Todesnachricht?! Wusstet ihr nicht, dass jeder eines Tages stirbt und C. W. schon betagt war?! Sollte man nicht den Toten lieber zu dessen Lebzeiten mitteilen, was er einem bedeutet?! Haben nicht alle Gestorbenen eine Würdigung verdient?! Worin genau besteht euer Verlust?!