3. März 2018

Langes Wochenende? Schön wär´s!

Ein Wochen-Ende ist eigentlich was Schönes - wenn man genügend freie Zeit besitzt.
Am Montag früh stelle ich regelmäßig fest: es war viel zu kurz. Und ich hätte gern noch am Montag frei.

Mach doch mal ein kleines Experiment mit dir selbst. Die 48 Stunden von Samstag plus Sonntag stellen deine restliche Lebenszeit dar. Ganz optimistisch gesehen steht jede Stunde für ein Lebensjahr. Geschenkt.

Wie schnell doch das Wochenende herum ist! Deine Zeit zerfällt schneller, als du sie genießen und speichern kannst. Am Anfang fühlt sich das Stundenpolster noch befriedigend an, zum Schluss hin kommen einem die Stunden wie Sekunden vor. Du wirst gnadenlos ins Zeit-Aus gedrängt. Zeit abgelaufen.

Wohliges Erschrecken am Ende des Wochen-Endes?!

29. September 2017

UmwälZungen

Der Begriff "UmWälzung", das muss ich hier mal vehement klarstellen, ist definitiv von "Zunge" abgeleitet! So, wie die Zunge im vollgestopften Mund das ganze (Frucht-)Fleisch und Gemüse umwälzt, als sei unser Schlund eine Waschmaschine, deren Trommel sich ständig dreht, so bleibt kein Stein auf dem anderen, wenn eine Walze die ihr begegnenden Widerstände plattmacht.

Vielleicht macht die Walze der Zunge Konkurrenz, aber ich halte zur Zunge, zumal ich gern Zunge esse, denn ich wälze mich nicht gern schlaflos des Nachts im Bett, nur weil ich vom Ausführen von Tests und Jobsuche träume. Ich hasse aktuell die "UmTräumung".

Sic!

(dedicated to my former colleagues of Visual World)

5. April 2017

Mein philosophisches Nachdenken über den Tod

Sich als Lebender den Tod vorzustellen, wird ihm nicht gerecht, denn es legt an ihn die falsche Bewertungsskala an. Er ist Nicht-Leben und damit nicht mit unseren vertrauten Konzepten zu durchdringen, nicht verstehbar. Das Todsein ist unbekanntes Sein, ein anderes Sein. Der Tod kann erst erfahren und begriffen werden, wenn er eingetreten ist.

Wir blicken lieber zurück auf das Vertraute, als in die Richtung des Unbekannten, das wir nicht begreifen und steuern können. Neugier auf den Zustand des Todes zu entwickeln würde das Leben und dessen Verlust relativieren.

Es ist der Fluch des ersten Atemzugs, bis zum letzten Atemzug das Beste aus der Ich-Epoche zu machen. Es ist quasi Schicksal, in Bewegung zu bleiben, via Geburt erfolgter Auftrag, Körper und Geist zu pflegen, solange sie existieren, die Zeit zu füllen, sich zu beschäftigen, bis sich alles wieder stoppt und auslöscht, bis der individuelle Zeitpunkt des Nicht-mehr-weiter-Altern-könnens eingetreten ist. Nicht Warten auf den Tod, kein Erwarten von Antwort, Belohnung, Wertschätzung, denn das geschieht nebenbei. In der seeligen Kindheit gibt es den Tod noch nicht. Nur leider lässt sich das erst hinterher erkennen und dessen Abwesenheit nicht mehr rückwärts genießen. Der Weg zum Tod muss beschritten werden.

6. August 2016

Wasser auf des durstigen Autors Mühle

Es ist schwer, sein eigenes Büchlein an den Mann oder die Frau zu bringen. Amazon bildet da keine Ausnahme. Ohne Ruf nix los. Umso mehr freute ich mich neulich über die erste wohlwollende Rezension zu meinem Kurzroman "Kammer 8" (siehe 1 Kundenrezension)!

Wer kauft schon gern die Katze im Sack?! Die Krux ist die mangelnde Motivation der Leser, ein Buch positiv zu bewerten - und dies ist kein Vorwurf. Wenn die Geschichte gefallen hat, gibt es nichts zu meckern. Wer nach den ersten Seiten gelangweilt abbricht, wendet sich lieber schöneren Dingen zu, als einen Verriss zu verfassen.

Jede hereintröpfelnde Rezension ist Wasser auf des durstigen Autors Mühle, die seine Freude antreibt und weitere Schreibe anstößt, auch wenn solche Bewertungen im Nachhinein gesehen für die Güte des Werkes zu spät eintreffen.

Danke an alle zukünftigen Rezensenten! :-)

17. Mai 2016

Igitt, Science Fiction!

Ich musste zu Pfingsten am eigenen Leib erfahren, dass Science Fiction nicht ins "Kindle Singles Programm" von Amazon passt. Ein Lektor von Amazon hat meine vorgelegte utopische Erzählung "Kammer 8" zwar als "sehr spannend" eingeschätzt, aber lapidar mitgeteilt: "... Leider driftet das Ganze dann wieder so sehr ins Genre SF, dass ich letztendlich zum Schluss kam, die Geschichte nicht ins Programm aufnehmen zu können."

30. Dezember 2015

Anthologie und Auslaufmodell

Liebe Leut,

ich habe an der Anthologie-Ausschreibung "Das Vermächtnis der Astronautengötter" (siehe hier), die Mitte Dezember endete, mit meiner Kurzgeschichte "Kammer 8" teilgenommen. Bin gespannt, wie es ausgeht.
Nichtsdestotrotz habe ich diese Kurzgeschichte weitergeführt, denn ich wollte selbst wissen, wie es weitergeht. Ich bin noch nicht fertig, aber zwei Teile bestehen schon und ich schreibe fleißig weiter. Ich will sie später komplett auf Amazon veröffentlichen, egal, ob sie in die Anthologie aufgenommen wird. Bin schon bei 19 A4-Seiten in Papyrus Author angekommen.

Immerhin könnt ihr euch meine Kurzgeschichte "Auslauf-Modell" hier als ebook für nur 99 Cent reinziehen. Über eine ehrliche Rezension würde ich mich wirklich freuen!

Bis nächstes Jahr,

Euer Frank Rahde

29. September 2015

Update zu meiner kurzen Kurzgeschichte

Mittlerweile hat meine kurze Kurzgeschichte, die ich im vorherigen Beitrag vorstellte, eine Überarbeitung erfahren, weil ich sie als "Gimmick" in meinen Romanentwurf integrieren wollte. Sie geht nun wie folgt:

---
Der Flug zum nächstgelegenen, vermutlich bewohnbaren Planeten war gerade einmal vor 15 Sekunden gestartet worden. Es war der denkwürdige 15.09.2272. Endlich hatte die jahrelang vorbereitete Mission, mit der Anna ihren Traum von der Entdeckung fremder Welten und fremden Lebens zu erfüllen hoffte, begonnen. Noch wusste sie nicht, wer oder was sie nach den circa 25 Jahren Reisezeit auf Kepler-438b, einem 470 Lichtjahre von der Erde entfernten Exoplaneten, erwarten würde.
   Das Denken und Atmen fiel ihr angesichts der Wirkung sehr starker Beschleunigungskräfte, die auf  ihren Brustkorb drückten, schwer. So achtete sie nicht richtig darauf, wie weit sie den Regler zur Flugbahnanpassung nach rechts drehte. Zu weit. Es knirschte daraufhin grässlich im Pilotstand. Die gesamte Konstruktion geriet trotz Sonderlegierung und Innenwandverstärkungen hörbar an ihre Grenzen. “Was …?!”
    Der sich innerhalb von Sekundenbruchteilen auftuende Riss entlang der Längsachse des Generationen-Raumschiffs war nicht vorgesehen. Er lieferte sie und ihre rund 500 Teamkameraden als Erbrochenes dem Triumvirat von Kälte, Vakuum und Dunkelheit aus - eine Veränderung, die sie nach ihrem kurzen Ausruf schon nicht mehr spüren konnte.
---

Welche Version ist besser - die alte oder die aktuelle?!

6. September 2015

Kürzeste Kurzgeschichte im Science Fiction Bereich?!

Ich arbeite nun doch weiter an meinem Roman, den ich vor 8 Jahren begonnen hatte und später vernachlässigte. Heute arbeitete ich eine Kurzgeschichte ein, die meine Hauptfigur Bernd geschrieben hat. Es ist die vielleicht kürzeste Kurzgeschichte im Science-Fiction-Genre, die ich kenne und die im Roman quasi als Fußnote vorkommen soll:

Der Flug zum am nächsten gelegenen bewohnbaren Planeten war vor 15 Sekunden gestartet worden. Endlich begann die jahrelang vorbereitete und jahrelang dauern werdende Mission, mit der Anna ihren Traum von der Entdeckung fremder Lebewesen zu erfüllen hoffte. 
   Das Denken und Atmen fiel ihr angesichts der Wirkung sehr starker Beschleunigungskräfte auf ihren Brustkorb so schwer, dass sie nicht richtig darauf achtete, wie weit sie den Regler zur Flugbahnanpassung nach rechts drehte. Es knirschte schrecklich im Pilotstand. Die Konstruktion des Raumschiffs geriet trotz der Sonderlegierung und Innenwandverstärkungen an ihre Grenzen. “Was …?!”
    Der sich plötzlich auftuende Riss durch das Shuttle lieferte sie und ihre drei Teamkameraden als Erbrochenes dem Triumvirat von Kälte, Vakuum und Dunkelheit aus - eine Veränderung, die sie nach dem überraschten Ausruf schon nicht mehr spürte.

Das Problem des Autoren besteht darin, dass er die Geschichte nicht weiterschreiben kann, wenn ihm seine Helden und dessen Missions-Parameter abgehanden gekommen sind. Sie hätten besser aufpassen sollen. :-)

6. August 2015

Spuren hinterlassen

Als ich heute gefragt wurde, wie mein Urlaub gewesen ist, sagte ich unter anderem: "Die Leute in Italien waren sehr hilfsbereit und nett."

Wenn ich meine Antwort im Nachhinein bedenke, dann fällt mir auf, dass ich eigentlich gesagt habe, das Auftreten fremder Menschen hat mich beeindruckt und ich habe es nach einigen Tagen noch nicht vergessen. Sie haben kleine Spuren in mir hinterlassen. Dabei mag es ihnen egal gewesen sein. Sie hatten nicht gemerkt, wie ihr Verhalten bei mir ankam. Kürzeste Begegnungen werden manchmal dauerhaft gespeichert, obwohl es nicht beabsichtigt war und eigentlich nicht der Rede wert.

Es gab damals Zeiten, da wollte ich bei bestimmten Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und hatte es nicht geschafft. Und wenn ich es nicht wollte oder wusste, dann konnte es passieren, dass ein Spruch oder eine Geste meinerseits das Leben eines anderen berührte und mächtig schubste.

31. Mai 2015

Meine erste Kurzgeschichte im Science Fiction Genre

Ich möchte zur Abwechslung mal eine aktuelle Kurzgeschichte von mir präsentieren. Ich hatte mir den Schreibprozess viel leichter vorgestellt. Es dauerte auch viele Stunden länger als gedacht. Ich ziehe den Hut vor all den Autoren, die monatlich eine hundertseitige Fortsetzung bei Amazon als ebook veröffentlichen, die sich nicht nur flüssig lesen lässt, sondern auch Hand und Fuß hat.

Ich hoffe dennoch, dass meine kleine Geschichte (8 Seiten) nicht wie eine Anfänger-Story daherkommt:

Auslauf-Modell: Kurzgeschichte

14. September 2014

Klo-Unfall

Ich wollte längst wieder mit Fechten fortsetzen, denn ohne Sport setze ich am Bauch schnell an. Nachdem ich meine Rückenverletzung auskuriert hatte, ist mir aber leider ein Malheur passiert, das ich nicht als Arbeitsunfall gewertet wissen möchte.

Normalerweise gehe ich früh noch zuhause zum Geschäftlichen über, in dem ich dort die feste Klobrille anwärme und es immer wieder schaffe, dass ich von unten nass gespritzt werde. Das Thema passt jedoch gerade nicht hierher. Ich musste also diesmal auf die Toilette in der Firma gehen.

12. April 2014

Einfache Sicht auf den Tod (Update)

Wer Angst vor dem Tod hat (wie ich), der darf weder zurück (was verliere ich alles?) noch nach vorn (was hätte ich noch alles erreichen können!) schauen. Er muss auf seinen Körper hören. So, wie ich ein Handy wegwerfe, sobald es defekt ist, so entsorgt die Natur irgendwann einen verschlissenen Körper und dessen geistiges Eigentum.

Kann ich es ihr verübeln?!

31. Januar 2014

Mein ultimativer Test auf Selbstehrlichkeit

Ich habe einen ultimativen Test auf Selbst-Ehrlichkeit für mich gefunden.

Man stelle sich vor: Ich spiele Fernschachturniere über einen Schachserver im Internet, bei denen ich keine Schachmotoren einsetzen darf. Fernschach heißt, ich habe im Durchschnitt 4 Tage pro Zug Zeit. Dabei darf ich in diesen speziellen Turnieren den Computer nicht an meinen Schachzügen rechnen lassen, weil das unfair gegenüber den anderen Turnierteilnehmern wäre. Auch würde ein solcher Zug, der durch fremde Hilfe gefunden würde, keine Eigenleistung dartellen. Ein auf diese Weise errungener Sieg würde schal schmecken, er wäre unverdient. Gerade darum geht es ja bei dem erklärten Verzicht auf Engine-Unterstützung. Alle Beteiligten vertrauen darauf, dass niemand Schachcomputer befragt, sondern dass jeder sein Hirn anstrengt. Das bringt natürlich Spielfehler (Blunder) mit sich.

Es ist sehr verlockend, sich heimlich von den Rechenmonstern, die fast so stark wie der Weltmeister spielen, beraten zu lassen.  Es ist schwer, den anderen zu vertrauen. Jedes Mal schwingt die Angst und der leise Verdacht mit, der Mitspieler hat diesen oder jenen coolen Zug nicht allein ausgebrütet.

29. Dezember 2013

In eigener Sache: Es geht weiter!

Oh, da habe ich ja lange nichts mehr hier veröffentlicht. Warum?! Weil es so still ist. Durch all die stillen Leser.

Ich moderiere seit über 3 Jahren, gemeinsam mit einem anderen Enthusiasten, das Internetforum "Computerschach & Spiele" (http://forum.computerschach.de/). Da es an der Zeit war, dort kürzer zu treten, starteten wir Aufrufe, um 1-2 neue Moderatoren zu gewinnen. Es gelang kurz vor Jahresende. Einer der beiden neuen Mitstreiter verriet mir gestern: "Überzeugt davon, das ich hier richtig im Team sein könnte, hat mich der Blog von Frank Rahde. Scheinst ein netter Kerl zu sein Frank". Wow. Ich weiß zwar nicht, woran der Schachfreund dies nun festgemacht hat, aber es hat mich natürlich gefreut.

Diese unerwartete Wirkung und das Wissen von einer Hand voll heimlicher Leser, die mangels Account nicht hier im Blog mitdiskutieren können, obwohl sie es gern täten (stimmts, Alexandra und Robert?! :-)), motiviert mich, auch in 2014 private Denksteine anzuhäufen.

Guten Rutsch!

Eurer Frank

Bumerang der Kritik

Es gäbe so viel und vieles zu kritisieren, was die Welt- und Deutschlandpolitik anbelangt, aber die gebotene Selbstkritik hierbei pfeift mich zurück. Das betrifft auch das ganz Private.

So wöllte ich bitter abrechnen mit all den Frauen, in die ich damals verliebt war und die mich alle nicht in Betracht gezogen hatten. Über viele Jahre waren es verpasste Chancen, unbeantwortete Zuneigungen. Ich war da und bereit, Beziehungen zu führen. Doch sie, die mich nicht zurückliebten, sind schuld am früheren unfreiwilligen Singleleben! Wenn ich gewählt worden wäre, mein Leben wäre dann schon vor 20 Jahren anders verlaufen, vielleicht wäre ich im Duett erstarkt, hätte ich längst mehrere Kinder, vielleicht würde ich in Westdeutschland leben, vielleicht hätte ich einen unbefristeten Job... Aber dann zischt das Teufelchen auf meiner rechten Schulter mir ins Ohr: "Quatsch. Vielleicht warst du damals einfach nicht überzeugend genug. Unfertig, unreif, ängstlich, unvorbereitet, kopflos, passiv, ideenlos, infantil ..." STOP. Das stimmt. Irgendwie. Und schon ist das Beschuldigen anderer nicht mehr hilfreich, macht mich fast mundtot.

Es ist und bleibt eine Kunst, den Bumerang der Kritik (Gegenkritik, Selbstkritik) einzukalkulieren und mit offenen Augen zu begrüßen.

12. August 2013

Zwei Arten von Liebestod

Liebe & Tod - das sind gleich zwei Begriffe, die in meinem Blogtitel vorkommen. Da liegt es nahe, auch einmal deren Zusammentreffen zu würdigen.

Die Liebe stirbt oft in unseren Tagen. Sie endet z. B., sobald der bisher Liebende die Geliebte nicht mehr über deren potentiellen Konkurrentinnen erhebt und somit der Liebende der Geliebten aufgrund des zugeschriebenen Wertverlustes keine zentrale Stellung mehr in seinem Innenleben einzuräumen vermag. Oder umgekehrt. Wir spielen die Rolle des Todes, indem wir unsere Liebesbeziehung auflösen, wenn das Interesse verschwunden ist - und schaffen Platz für eine neue Liebschaft.

2. März 2013

Papst ist auch nur ein Job!

Der 85-jährige Papst Benedict XVI. ist am 28. Februar wegen "schwindender Kräfte" freiwillig zurückgetreten.

Als Atheist war ich geschockt! Ich hatte mich darauf eingerichtet, wie schon bei Papst Johannes Paul II., der kurz vor seinem 85. Geburtstag starb, dem aktuellen Papst beim Dahinsiechen zuzusehen. Ich fand es wichtig, dass uns allen Normalsterblichen vor Augen gehalten wird, nur Gast auf Erden zu sein und ein endliches Leben zu besitzen.

Viel ist über diese Anmaßung von Herrn Ratzinger geschrieben worden. Auch mich befremdete die Verweltlichung des Stellvertreter Christi auf Erden, diese Flucht aus dem Amt. In meinen Augen ist das Ansehen der Rolle "Oberhaupt der Kirche" auf immer beschädigt.

Ich weiß nicht, was der Ex-Papst für die römisch-katholische Kirche erreicht hat, also welchen Wert er inne hatte. Dass er sich aber über Gott stellt, anstatt ihm gnadenlos bis zum letzten Atemzug zu dienen, kann keine Meisterleistung gewesen sein. In dem Rücktritt des Deutschen sehe ich Egoismus - der Gelehrte mochte lieber weiter Bücher schreiben und seine Rente genießen.

Wie soll ich den katholischen Glauben ernst nehmen können, wenn der Glaubensführer Liebe zu Gott und seinen Geboten predigt, sich als auserwählt präsentiert, sein Leben Gott widmet und dann plötzlich einfach kündigt?! Was ist Papstsein?

Ich verstehe Herrn Ratzinger. Er ist eben doch nur Mensch wie Du und ich. Er war die Arbeit leid. Doch er hätte sich nicht wählen lassen dürfen. Er wirkt nicht wie ein würdiger Nachfolger des Apostels Petrus. Er hatte nicht den Mumm, ganz auf Gott zu vertrauen und alles zu geben. Seine Verbindung zum heiligen Vater war nur vorgetäuscht. Gäbe es einen Gott, er hätte Benedict rechtzeitig zu sich gerufen.

So denke ich halt!

24. Dezember 2012

Weihnachtsmuffel?

Ich bin ein bekennender Weihnachtsmuffel, der nichts vom Verschenken zum festen Termin hält. Dennoch sehe ich ein, dass es seine soziale Funktion hat, wenn eine Tradition allen Landsleuten eine Verschnaufpause und Besinnungsphase verschafft, in der die Gedanken vom Geldverdienen und beruflichen Zwängen loslassen können, um sich den liebsten Menschen anzunähern.

Einer meiner Onkel liegt im Krankenhaus, anstatt mit seiner Familie zuhause Weihnachten feiern zu können. Es wird also für ihn und seine Liebsten "das beschissenste Weihnachtsfest". In einem solchen Moment sind die hohen Erwartungen an die Weihnachtszeit eher Gift für die Stimmung. Ich finde, Weihnachten kann auch verschoben werden, wenn der Zeitpunkt ungünstig ist.

27. Oktober 2012

Spiegel im Darm?!

Ich hatte gestern keinen Spiegel im Dickdarm, um es gleich vorweg zu nehmen. Aber eine Kamera tat es auch. Sie sollte herausfinden, warum ich im linken Oberbauch seit ca. einem halben Jahr manchmal so ein Zwicken bzw. Druckgefühl spüre. Es ist schon irritierend, nervend, störend.

In dem Brief an mich las ich den Befund des sich wie ein hartgesottener Mann gebenden Arztes: "keine Haemorrhiden, Fisteln, Fissuren, Marisken, Divertikel, Polypen, kein Neoplasma ...". Das klang eher nach der Zusammensetzung eines Blumenstraußes als den möglichen Schlaglöchern einer Verdauungsstraße. So nebenbei erfuhr ich, dass das Gerät sogar "bis in das Coecum und das terminale Ileum" eingeführt wurde. Zu deusch: in den Blinddarm und die letzten 20 cm des Dünndarms. Ich fand die Nachricht toll, denn anscheinend war ich in den Genuss eines Bonus gekommen. Mehr geht nicht!

12. Oktober 2012

Ungezähmte Global Player


Dass der Spätkapitalismus unmoralisch und unglaubwürdig agiert, ist nichts Neues. Solange die  hochprofitablen internationalen IT-Konzerne wie Google und Facebook auf legalem Weg die fälligen Steuern drücken können, halte ich dieses Wirtschaftssystem für parteisch und ungerecht. Da ist der Versuch, die Steuerflucht mit der Moralkeule eindämmen zu wollen, nur lächerlich. Solange diese führenden Unternehmen ihre Steuern nicht dort zahlen, wo sie ansässig sind und ihre Gewinne erzielen, bleibt es bei verschuldeten Staaten und wackligen Sozialsystemen. Das ist eigentlich ein Skandal und Unding, der nicht geduldet werden sollte.

30. September 2012

Ungleiche Reglementierung, unfaire Bewertung


Ich bin froh, über den Spiegel-Artikel "Streit unter der Reichtumsuhr" gestolpert zu sein. In einer Anne-Will-Debatte soll  Journalistin Kathrin Fischer gefragt haben, "weshalb denn bloß bei den Armen von Staats wegen alles so streng reguliert sei, bei den Reichen hingegen gar nichts?"

Ich finde diese Frage sehr interessant: Warum dürfen die Reichen den Armen alles vorschreiben? Ich habe kein BWL studiert, daher kenne ich nicht die Standardantworten. Aber vielleicht kann ein Leser hier helfen?!

24. August 2012

Nach einer Trennung läuft alles ins Leere

Denke ich an meine früheren Liebesgeschichten, kommt der Umstand in Erinnerung, dass auch ich schon mehr als einmal für einen anderen verlassen wurde. Danach badete ich damals lange Zeit (viel zu lange) in Selbstmitleid, Wehklagen, Wut; es entstanden Anklagen, Vorwürfe, Forderungen. Meine Vorwürfe lauteten: Wie konntest Du nur unsere Liebe verraten? Du wirst den Schritt bereuen, unserere Beziehung ist einzigartig gewesen. Unser Glück hat das nicht verdient. Es ist ein Fehler!
Doch nichts davon traf ins Schwarze bzw. ist noch gültig. Ich hätte mir das Leiden sparen können.

17. Juli 2012

In 40 Jahren - Leben im Digitalseits?!

Liebe, Tod und solche Sachen - zu den "Sachen" zählt für mich auch ein Thema wie Cloud Computing. Ich könnte wetten, die wenigsten Leser haben schon mal etwas von Microsofts Office 365 gehört. Es ist das aktuellste Office-Produkt, dass 365 Tage im Jahr (24 Stunden, 7 Tage in der Woche) von fast überall per Online-Zugriff auf die kollektiv geteilten Rechenzentren erreichbar sein soll. Wenn denn die Daten sicher und geschützt sind. Ich will hier das Produkt nicht näher vorstellen, da es billige Werbung wäre, aber ich will darauf hinaus, dass sich vieles tut bei Microsoft, was der Prüfung wert wäre.

15. April 2012

Die Zahl 40

Die 40 erinnert mich an meine Grenze. Ich werde dieses Jahr so alt, wie die DDR es wurde. Sogleich denke ich bei 40 an die 80, an mein äußeres Ziel. Diese Verdopplung ist immer mein Trick, um mich noch in der Lebensmitte zu wähnen. Solange das Endergebnis noch per Altersheim erreichbar scheint, geht es mir blendend. Mit der Zahl 45 wird dies nicht mehr funktionieren. Und ich weiß, dass die zweite Hälfte schneller tickt als die erste.

23. Januar 2012

Alltag IV - städtische Erdgeschoss-Opfer

Als ich früher noch unter dem Dach wohnte, genoss ich die Aussicht (Weitblick) und die Wärme (im Sommer) - besonders aber die relative Ruhe da oben. Aktuell wohne ich an einer halbstark befahrenen Straße inkl.eingerückter Parkplätze, da ist Schluss mit lustig. Das Wohnen im Erdgeschoss ist aus vielerlei Hinsicht nachteilig. Als Vorteile sehe ich spontan nur a) den kurzen Weg zur Haustür bzw. zum Briefkasten, b) die Möglichkeit, dem Kater später einmal Freigang zu ermöglichen und c) den unmittelbaren Beobachtungsposten (vielleicht gut für Soziologen).

Wenn ich im sog. Homeoffice an den Werktagen an meinem Schreibtisch sitze, bekomme ich tagtäglich Postautos (die Postbeamten klingeln besonders gern bei Leuten im Erdgeschoss zum Hinterlegen von Paketen), Busse (eine Verkehrslinie führt hier entlang) und Müllwagen zu sehen, neben den PKWs und LKWs, versteht sich. Das Vorbeiflitzen all dieser motorisierten "Farbpakete" im 3-Sekunden-Takt von rechts nach links und umgekehrt irritiert mein Sehorgan. Doch damit nicht genug.

13. Januar 2012

Leichenschändung als Frucht des Krieges

Härte zeigende US Marines haben laut einem Amateurvideo leblose afghanische Talibankämpfer angepisst und verhöhnt. Sie haben gegen ihren eigenen Ehrenkodex und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Töten ist erlaubt, Leichen zu schänden ist "schlimm". Der Aufschrei in den westlichen Massenmedien ist groß, weil das Ansehen der USA-Führung leidet und zu befürchten ist, das religiöse Gefühle bei den Afghanen verletzt wurden sind - was vor Ort zu neuen Gewalttaten anstiften könnte. Deshalb wird vielerorts davon geschrieben, die Leichenschändung sei ein barbarischer, ekelhafter, abstoßender, würdeloser, kläglicher Akt gewesen (Beispiel 1 und Beispiel 2). Ich empfand nichts dergleichen, als ich das zensierte Video sah, deshalb melde ich mich hier zu Wort!

31. Dezember 2011

Verknallt

Ich wünsche meinen Lesern für morgen ein Jahr ohne böse Geister!

Genau zum Zwecke des Verscheuchens dieser Unglücksritter wird zu Silvester geböllert. Ich erwischte mich heute bei dem Drang, dafür schnell noch ein paar Raketen und Knaller zu kaufen. Doch dann kam mir der rettende Gedanke: All die anderen, die ihr Geld für Feuerwerk verprassen, anstatt es zu spenden, machen den abschreckenden Lärm für mich mit. Ihnen gilt mein Dank.

Ja, knallt die Altlasten weg, verknallt Euch ins Neue Jahr!!!

Euer Frank Rahde

5. Dezember 2011

Fußball-WM 2006: Erfolg durch Luxus

Erst jetzt kam ich dazu, Sönke Wortmanns "Deutschland - ein Sommermärchen" zu schauen. Ich will diese Dokumentation zur Fußball-WM 2006 hier nicht schlecht reden, bin ja selbst Fußballfan unserer Nationalmannschaften, sondern ein bis zwei Aspekte herausgreifen, da ich den Film etwas anders als ein Artikel auf SPIEGEL Online wahrnahm. Ich war schon nach den ersten Minuten ein unentspannter Zuschauer, ich konnte die Zelebrierung des halben Erfolges (dritter Platz) nicht richtig genießen.

Keine Frage: La Ola-Wellen von Bereitschaftspolizei und Bundeswehr am Straßenrand sind amüsant. Auch die emotionalen Szenen vor, während und nach den WM-Spielen reißen einen mit. Aber: Was haben diese acht Wochen Ausnahmezustand wohl gekostet?!

1. Dezember 2011

Kein echter Nachruf

Wieder sind unzählige Menschen heute gestorben, auf natürliche oder gewaltsame Weise. Darunter auch Christa Wolf, "eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der deutschen Nachkriegszeit". Sie wurde 82 Jahre alt und durfte somit 6 Jahre länger leben als meine Oma väterlicherseits. Glückwunsch! Wie nicht anders zu erwarten war, gibt es verständlicherweise schon erste Nachrufe, in denen die Befragten ihre Trauer zum Ausdruck bringen und Ehrerbietung zollen.

Diese mediale Reaktion voller bekundeter Emotionen auf Wolf´s Tod löste in mir wie jedes Kondolenzschreiben oder jede Todesanzeige zuvor stille Fragen auf, die nicht die gestorbene Person und das Gedenken ihrer Leistungen betreffen, sondern sich an die Weiterlebenden richtet: Warum seid ihr so überrascht und tief betroffen von der Todesnachricht?! Wusstet ihr nicht, dass jeder eines Tages stirbt und C. W. schon betagt war?! Sollte man nicht den Toten lieber zu dessen Lebzeiten mitteilen, was er einem bedeutet?! Haben nicht alle Gestorbenen eine Würdigung verdient?! Worin genau besteht euer Verlust?!

30. November 2011

Kinder sind nicht umsonst da

Früher verabscheute ich den Gedanken, Kinder aus egoistischen Gründen heraus zu planen und zu zeugen. Ein Kind sollte einen einzigartigen Liebesbeweis darstellen, ein Symbol und Produkt meiner Paarbeziehung, zum Anfassen, eine Zementierung des Zusammengehörens, eine Dreisamkeit als Krönung der Zweisamkeit. Doch mittlerweile sehe ich im Kinderwunsch die Suche nach Lebenssinn, ohne dem ich an die Grenze meiner Existenz stoße und von innen sterbe.

Damit beschreibe ich wohl nichts Neues: Was bleibt, wenn man die Erde verlässt, sind die Kinder, die wir nach unserem Gustus erzogen und geformt (stimuliert, manipuliert, gedrillt?) haben. Auf dass meine Gene und "Handschrift" die eigene Sterblichkeit überdauern. Ist der Nachwuchs nicht ein Mittel des Trostes, indem er durch seine Formbarkeit die Angst vor dem eigenen Tod mildert?! Ist er eine Begründungsbasis, um das Schreiten in das schreckliche Alter(n) zu motivieren?!

18. Oktober 2011

Totgeschwiegen

Wir sollten den nahenden Tod nicht totschweigen.

Das ist nicht nur Irrsinn, sondern ein Widerspruch in sich. Sogar ein Steve Jobs erkannte, "... Death is very likely the single best invention of Life. It is Life's change agent. It clears out the old to make way for the new. " (hier). Ja, der Tod lässt das Alte abtreten und schafft Platz für das Neue. So müssten wir es wollen.

Das Bildnis vom schwarzen Sensenmann ist schädlich. Wir geraten doch nur in einen ellenlangen Schlaf, aus dem wir nicht mehr aufwachen. Die Kurzfassung ist uns täglich gegeben. Am Schlaf leidet man nicht. Der Körper als Maschine verschleißt, weil er lebt. Ebenso wird der Geist irgendwann träge. Manchmal ist einem, als sei man lebendig begraben, z. B. in der Alltagsroutine.

Da bin ich über alles dankbar, was mich wachrüttelt. Manchmal vergessen wir, weiter in uns zu investieren und das Leben anzusprechen. Wir wachen zwar täglich auf, aber verstehen nicht, wieso dies nicht alltäglich ist.

Ich will noch das Neue sein und "gebären". Dem Tod ist egal, wen er auf welcher Etappe stoppt, doch mir ist noch nicht egal, dass er mir entgegenkommt und mich zum Schweigen bringen will. Soll er sich doch auf den Bänken zwischen mir und sich noch ausruhen.

Leben, schrei!